Wieder da!

November 4, 2009 von macosa

(co)
Habe definitiv erfahren: Weniger ist mehr! Jetzt bin ich wieder da.
Verlasse seit einer Woche die Schulhäuser mit einem Glücksgefühl.
Ich setze mich in mein Auto und fühle nur Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Zeit mit den Kindern, Dankbarkeit für die Gespräche mit den Lehrerinnen. Dankbarkeit hier sein zu dürfen und etwas zu bewirken. Ich fühle mich glücklich.
Ich habe mich definiert. Ich für mich. Ohne dies jemandem zu kommunizieren. Ich koste den Steuerzahler (die Steuerzahlerin natürlich auch!) viel. Ich bin “kostbar”. Ich will nicht nur Kosten verursachen, ich will so arbeiten, dass ich sähen kann. Ich erkenne das daran, dass geerntet werden kann. Es gibt nichts Schöneres als ein Schulhaus im Wissen zu verlassen, dass der Same in fruchtbaren Boden gefallen ist.
Das durfte ich in den letzten Tagen ganz oft erleben. Ich bin willkommen. Die Kinder wollen zu mir kommen. Für sie ist es keine Strafe, es ist ein Geschenk, zu mir kommen zu dürfen. Das verdanke ich den Lehrerinnen.
Ein ganz herzliches Merci an dieser Stelle! Ich säe gerne, wenn der Boden so liebevoll vorbereitet wurde.

Mauern bauen oder Segel hissen?

November 2, 2009 von macosa

(sa)
Dass wir drei Frauen drei Wochen lang nichts gepostet haben, heisst nicht, dass nichts passiert ist. Im Gegenteil. Unsere Arbeitssituationen und -haltungen haben sich verändert.

In den letzten drei Wochen ist meine Kollegin krank geworden. Bis auf weiteres. Krank vom ländlichen System, das Schulstrukturen niederreist ohne den überstürzt integrierten Kindern, den betroffenen Klassenlehrkräften oder uns Heilpädagoginnen Sorge zu tragen. Das Handeln der Gemeinde macht mich seit Monaten immer und immer wieder traurig. Ich behaupte, die mächtigen Männer haben nicht die leiseste Ahnung, wie es den gerilzten (was für ein makaberer Begriff) Schülerinnen und Schülern geht und was für eine Arbeit wir PädagogInnen leisten, hauptsache „kein Stein bleibt auf dem anderen“ und ihre Namen stehen einmal in der Schüpfener Chronik.

Vor einer Woche ist ein Schüler auf dem Nachhauseweg überfahren worden. Die Eltern setzten sich schon lange ein, dass die Kinder diesen gefährlichen Schulweg nicht mit dem Fahrrad zurücklegen müssen. Ein Kind verlieren, für mich gibt’s nichts Schlimmeres. Und doch fahren die Kinder noch heute mit dem Velo neben der Baustelle am Ort des Grauens vorbei in die Schule.

Ich selbst habe in den letzten Wochen meine Wohnung umgestellt. Durch die äussere zur inneren Ordnung. Meinen Kindern richteten wir das grössere Schlafzimmer ein. Wir Eltern zogen ins kleine Kinderzimmer. Ausserdem habe ich meine Tochter endlich ins Montessori-Kinderhaus angemeldet. Was für ein Privileg.

Gerade denke ich an meinen allerersten Tag der heilpädagogischen Ausbildung zurück. Im Oktober 2003 eröffnete Andreas Schindler seine Begrüssungsrede mit folgendem Sprichwort:

„Wenn starke Winde wehen, bauen die einen Mauern, die anderen hissen die Segel.“

schwizerdütsch u dütlich

Oktober 9, 2009 von macosa

(co)
I bi so öpis vu müed.
Aber schlafe, nei, i cha nid.
Es isch so e Sach mit em Schlafe.
Kennsch du das au, di Angscht, dass es de nach em Schlafe zspät isch? Dass de nachem Erwache merksch – ups, i hätt gschider “……………” statt gschlafe.
I wett i chönnt di Haltig:
Gut Nacht ihr lieben Sorgen, l m a A… bis morgen,
und morgen mit dem selben Fleisse, gehts wieder an die selbe …”
emu zmingscht de erscht Teil devo … umsetze.
Ablige u mi em Schlaf übergäh.
Das geit nid.
Werum nid?

I füele mi wine z’starch gschüttleti cholesüürihaltigi Wasserfläsche us Glas, wo zu allem Überfluss no i’d Gfrüüri gleit isch worde….

U ganz schlimm isch z’Wüsse, dass det – grad vor mier – Tür wär.
Tür woni ufschlüsse chönnt, u use chönnt…
We d’Schlüssel kompatibel wäre….

Theorie – Praxis – Theorie – Praxis….
Welte woni mues-sött-wott zämefüege.

Läck isch das
stotzig u steinig,
windig u chalt,
fischter u einsam
uf dem Weg.
Wo sind ier?
Hallo!
Gugus!
I wetti
“ich” u “ier”
würde “mier”.

Im Milchchäschtli hed’s no Platz

Oktober 7, 2009 von macosa

co
Eigentlich hat mich das Thema „Autismus“ nicht besonders interessiert. Nun aber ist, da ich einen Vormittag mit dieser Thematik konfrontiert wurde, mein Prä-Konzepte über den Haufen geworfen. Es ist fesselnd. Hoch brisant.

Seit Montagmorgen reiht sich Thema an Thema, eines fesselnder als das andere. Jedesmal komme ich zum Schluss: Genau! Da will ich mich vertiefen. Darüber will ich mehr wissen. Dazu will ich eigene Gehversuche machen. Da finde ich Antworten auf meine Fragen.

Und schon wechselt das Thema. Noch voller Feuer für das eben Gehörte, wende ich mich mit einem weinenden und einem erwartungsvollen Auge dem Neuen zu. Ich muss mich beeilen. Und eh ich die Träne verstohlen wegwischen kann, hat es mich hinein gezogen.

Und wie fühle ich mich dabei?

Wie ein überfüllter Briefkasten. Ich weiss, von wem die dicken Couverts sind. Ich weiss, dass ihre Inhalte mein Herz hören schlagen lassen. Ich brauche Zeit. Ich brauche Ferien. Ich will die Inhalte aus den Couverts nehmen, will sie ordnen (nach welchen Kriterien?), zueinander in Beziehung setzen, will schauen was ich schon weiss und wo eine vertiefte Auseinandersetzung notwendig ist um zu verstehen, wie es gemeint ist, damit ich es anwenden kann, versuchsweise, ansatzweise. Dann alles analysieren und in einer Synthese zu Neuem in mir werden lassen, um letztendlich beurteilen zu können, was mir wo dient. Was ich wo wie einsetzen kann. Ein langer Weg. Ein weiter Weg.

Wie gesagt:
Ich brauche Ferien, denn ich brauche Zeit.

Bis am Freitag wird auch das Milchchäschtli voll sein…

Differenzierung von unten

Oktober 6, 2009 von macosa

(sa)
Auf Grund des Artikels von Sara Fürstenau aus „Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen“ lernte ich die Begrifflichkeit „Differenzierung von unten“ kennen.
Bei der Differenzierung von oben, erfasst die Lehrkraft jedes einzelne Schulkind, bestimmt Lernziele und erstellt individuelle Förderpläne.
Bei der Differenzierung von unten vertraut die Lehrperson den Kindern, dass sie selbst am besten wissen, wo sie stehen, was sie interessiert, wie sie etwas in welcher Zeit erarbeiten oder üben wollen. Anhand eines Videos der Freiarbeit in der Montessori Schule kristallisierten wir Elemente heraus, welche Differenzierung von unten begünstigen. Differenzierung von unten bedingt für Lernende in folgenden Bereichen Entscheidungsfreiräume: Material, Bewegung, Sozialform und Zeit.

Hier noch kurz eine Hand voll Einzelheiten, die ich vom heutigen Weiterbildungstag mitgenommen habe.
• Wieder einmal lernte ich, dass Burn-out-Gefahr besteht, wenn ich für x Kinder und Jugendliche aus x Klassen x individuelle Förderpläne erstelle, d.h. wenn ich nur von oben differenziere.
• Es erwartet niemand, dass ich Differenzierung von unten ab sofort in meinem Unterricht ermögliche oder dass ich Freiarbeit anbiete. Ich darf damit in kleinen Schritten anfangen.
• Mir ist ganz bewusst geworden, dass frau den Kindern nur dann Entscheidungsfreiräume lassen kann, wenn nichts in der vorbereiteten Umgebung dem Zufall überlassen ist. Das heisst, jedes Material erfüllt einen Sinn, baut eine Kompetenz auf und wird strukturiert eingeführt.
• Offenheit bedingt Struktur. Der Forschergeist der Kinder wird in einer wohl durchdachten, sinnvoll vorbereiteten Umgebung angeregt. Ich will Klassen selbst mit Fragen, mit Phänomenen konfrontieren, z.B. Warum ein Schiff schwimmt. Sie Antworten oder Formeln ins Heft abschreiben zu lassen, veranlasst keine konstruktive Konfrontation mit eigenen Präkonzepten. (Bsp. Wie wächst eine Ananas?)
• Anstelle davon, das Zahlenbuch Seite für Seite durch zu arbeiten, können sich Klassen mit dem Mathematikkompass orientieren. So erhalten SchülerInnen und Erwachsene einen Überblick aus den Themen in allen Zahlenbüchern und darüber, was die Kinder schon verstehen und was sie sich noch erarbeiten wollen.

Noch ein letzter Punk, den ich jedoch ein anderes Mal weiter ausführen werde. Heute wünsche ich mir einmal mehr, meine Tochter nicht im Westen Berns in den Kindergarten zu schicken, wo laut einer Studie (2008) das akademische Lernen völlig vom sozialen Lernen übertrumpft wird. Der Montessori-Kindergarten gefällt ihr irrsinnig gut; Leider erscheint er mir unbezahlbar. Doch bevorzuge ich deutlich den Grundsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ dem ungeschriebenen Gesetz des Stärkeren.

Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen – Das Lehrmittel

September 27, 2009 von macosa

(ma)
Er hat mich aufgestellt, der Artikel von Sara Fürstenau. Aus sozialkonstruktivistischer Sicht fühle ich mich bestärkt, meine Schülerinnen und Schüler mit dem ZIL-Lehrmittel zu konfrontieren. Nach fünf Jahren weiss ich inzwischen auch, wo die Schwächen dieses Lehrmittels liegen und wie der Umgang mit dieser Arbeitsform organisiert sein muss, damit auch die Schwächsten der Schwachen optimale Lernvoraussetzungen antreffen und sich auf die bevorstehende Integration ins Berufsleben vorbereiten können.
Beim Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen ist es notwendig, dass der Unterricht eine Innere Differenzierung erfährt. Auch in einer KbF mit weniger SchülerInnen als eine Regelklasse vorweist, trifft die Lehrperson eine heterogene Gruppe an.
Definition „Innere Differenzierung“ nach Hanke “Die Lernumgebung an den heterogenen Lernvoraussetzungen und Lernprozessen der SchülerInnen zu orientieren, um auf diese Weise optimale Lernmöglichkeiten für alle Lernenden zu schaffen. Differenzieren meint in dem Zusammenhang, Lernumgebungen „ungleich zu verschieben“ an die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen „passend, bzw. anschlussfähig“ zu gestalten.”

Brügelmann bezeichnet die “Passung von Unterricht und individuellem Entwicklungsstand der Schüler” durch die Lehrperson als Illusion, weil die Diagnosen und Prognosen von Leistungen wenig verlässlich sind und daher der Anspruch auf eine Passung nicht zu erfüllen ist.
Wird die Lehrperson als binnendifferenzierende Massnahme die Qualität oder die Quantität der Aufgaben variieren, besteht die Gefahr, dass sie die Leistungs(un)fähigkeit einzelner SchülerInnen festschreibt.
Als Alternative zur Differenzierung „von oben“ durch die Lehrperson ist deshalb die Differenzierung „von unten“ durch die SchülerInnen selbst zu erwägen. (Brügelmann 2002, S.39 und Hanke 2005,S. 124) Dies würde bedeuten:
• Entscheidungsfreiräume der Lernenden beim Bearbeiten von Aufgaben.
• Individuelle Zugänge entwickeln.
• Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Aufgaben.
• Unterschiedliche Formen und Medien der Bearbeitung zulassen.
• Vertrauen, dass SchülerInnen sich sinnvoll beschäftigen, wenn sie zwischen Aufgaben wählen dürfen und nicht „zu leichte“ oder „zu schwierige“ Aufgaben wählen

Dank des ZIL-Lehrmittels ist es mir möglich, auf die mit dieser Forderung verbundenen praktischen und theoretischen Probleme, Widersprüche und Herausforderungen auf eine gute Weise zu reagieren.
In meinem Unterricht wird die Differenzierung “von unten” durch die Schülerinnen vollzogen. Dank des konstruktiven Umgangs mit dem Fehler und der täglichen Erfahrung, dank der Fehler die eigene Lernfähigkeit erfahrbar zu machen, übernehmen die SchülerInnen immer deutlicher die Verantwortung für ihr Lernen.

Im geöffneten, differenzierenden Unterricht stellt sich die Frage, wie das Verhältnis zwischen Anleitung und Eigenaktivität sein sollte. Lange ging man davon aus, dass die wichtigste Aufgabe der Lehrperson darin bestünde, die Lernumgebung zu gestalten. Dies steht aber im Widerspruch mit der Erkenntnis, dass leistungsschwache SchülerInnen eine aktive Unterstützung und Strukturierung brauchen. Auch in unserer KbF ist es so, dass die SchülerInnen unterschiedlich stark unterstützt und strukturiert werden müssen. Trotzdem ist es unser Ziel, sie in kleinen Schritten von der Abhängigkeit zu lösen und sie zu befähigen, sich diese Strukturen und Unterstützung selber zu geben oder zu holen. Da ihre Lernleistung transparent ist und auch für die SchülerInnen verständlich sichtbar gemacht wird, sind sie motiviert selbständig zu werden. Sie realisieren, dass sie sich selbst lieb sein können, indem sie sich ernst und nicht wichtig nehmen.
Unterschiede im Lernverhalten und in den Lernerfolgen sind immer auch auf sozio-kulturelle Bedingungsfaktoren und nicht nur auf Begabungen zurückzuführen. Daher sollten Kinder beim selbstbestimmten Lernen im Unterricht nicht sich selbst überlassen bleiben, sondern Unterstützung erfahren. Diese Unterstützung kann im Unterricht garantiert werden. Jedoch fehlt sie bei einigen SchülerInnen zu Hause, was sich wieder negativ auf den Lernerfolg auswirkt.

Ferien

September 27, 2009 von macosa

(ma)
Es sind die vielen Ferien, um die mich die Nicht-Pädagogen beneiden. Diese 13 Wochen, die ich auf der faulen Haut liegen und das Leben geniessen kann und trotzdem fürstlich bezahlt werde… Ich sage es mir täglich, wenn ich gegen 8 Uhr aufstehe, mein Sporttraining absolviere und mich dann an meinen Schreibtisch setze. Gegen 23 Uhr schliesse ich den Deckel des MacBooks, lege mich ins Bett und lese noch ein paar Zeilen nur so zum Vergnügen.
Diese Woche habe ich zu Hause gearbeitet. Nächste werde ich vermutlich wieder vorwiegend in der Schule sein und die Förderpläne erstellen, Material studieren und mich freuen, dass ich das grosse Los der vielen Ferien gezogen habe… Und in der dritten Woche werde ich mich in der PH Bern weiterbilden. Ich freue mich darauf. Habe soeben 2 Zeitfenster in den letzten 2 Tage damit verbracht, die Texte zu lesen und Zusammenfassungen zu schreiben. Dann habe ich meine Hausaufgaben gemacht und die 4 Unterrichtsbeispiele geschrieben. Ja Leute, mein Beruf ist spannend, interessant und eine Vision wert. Nur die Vision der “langen Ferien”, des “auf der faulen Haut liegens” hat sich zumindest in meinem ganz individuellen Fall nicht bewahrheitet.
Nun aber werde ich mich den Pendenzen annehmen, die seit anfangs Ferien auf mich warten.

WIN-WIN

September 11, 2009 von macosa

(co)
Seit ich das Buch von Betty K. Garner “Ich hab’s!” gelesen habe, geht es mir entschieden besser mit meinem neuen Arbeitsprofil. Nun brauche ich diesem einen Schüler, dem seit Jahren sein Spezialprogramm in Mathe und Deutsch nicht wirklich half, nicht auch noch eine “grüne” Alibiversion unter die Nase zu halten. Ich weiss, das tönt nicht besonders freundlich. Ich bitte um Verzeihung. Aber ihr müsst wissen, ich kann mit ihm an seinen fehlenden kognitiven Strukturen arbeiten. Neues Gebiet, neue Ideen (mindestens für mich, nicht für Frau Garner) keine Erfahrung aber eine unglaublich treibende Freude, ein Ziehen, das -trotz 16-Stunden Tagen en masse – das Wochenende als störend empfindet, weil ich doch gleich beginnen möchte. Ja das macht Spass. So arbeite ich gerne. Meine Vision von Inklusion ist um Lichtjahre näher gerückt. Ich werde euch sagen, wie sich Madame Garners Ansatz in meinem Alltag auswirkt. Ich bin überzeugt, ich werde viele Win-Win Situationen erleben. Die ersten drei habe ich bereits hinter mir. Ich schwebe der nächsten entgegen….

Motivation

September 9, 2009 von macosa

(ma)
Die Zeit vergeht. In knapp zwei Wochen sind Herbstferien. Im Garten verfärben sich die Blätter, die Pfirsiche fallen vom Baum. Der Tiefkühler ist gefüllt mit Brombeeren und im Garten reifen sie noch zu Hunderten heran. Es ist die Zeit der Fülle. Ich stehe vor dem Wii, mache mein Fitnessprogramm und bin froh, dass der Gartenzaun mich vor neugierigen Blicken schützt, während ich die Bewegungen ausführe, die das Programm von mir verlangt. Wie ein kleines Kind lasse ich mich von der Illusion davontragen, ich sei gemeint und ich sei wirklich so gut, wie die mir weismachen. Es macht unendlich Spass und dieses Programm hat es geschafft, dass ich mir 20 Minuten am Tag Zeit nehme um mich gezielt zu bewegen. Ich bin Stolz, weil mich das Programm lobt, was mich wiederum anspornt weiter zu machen und mich anzustrengen.
Was ist es denn, auf das ich so positiv anspreche? Wie kann ich das, was ich gerade selber erlebe für meine Arbeit nutzen? Ich renne einer “mii-figur” hinterher, während 5 Minuten renne ich “an Ort und Stelle” und winke den Figuren zu, die auf dem Bildschirm erscheinen und lächeln oder winken.
Ich werde weiter darüber nachdenken. Ich bin unsportlich, übergewichtig und alles andere als fit. Und trotzdem schätzt meine Programmtrainerin meine Anstrengung, ist mit meinen Leistungen zufrieden und macht mir Vorschläge, wie ich sie verbessern kann, “weil ich doch schon so gut bin und daher sicher noch besser sein könnte”.
Gelingt mir etwas überhaupt nicht, macht mir die programmierte Stimme Mut, einfach weiter zu machen, denn aller Anfang ist schwer.
Ja, die vom Wii haben begriffen, wie man Menschen motiviert! Noch nie hörte ich etwas Negatives, aber meine Programmtrainerin hat mir noch nie ein Lob gemacht, das “unrealistisch” gewesen wäre und sie ist sehr deutlich in dem, was sie von mir erwartet.
Ja, ich werde mich jetzt hinlegen und morgen während dem Training werde ich mir Gedanken machen, wie ich diese intrinsisch/extrinsische Motivation bei meinen “Sprösslingen” wecken kann.

auf der suche nach perlen

September 3, 2009 von macosa

(ma)
die zeit vergeht und ich sammle laufend neue erfahrungen. sie lassen sich in verschiedene perlen einteilen. da gibt es perlen, die ich nie und nimmer missen möchte und solche, deren preis weit über ihrem wert liegen. frage mich nun, was nimmt überhand?
der weissen, reinen, leuchtenden perle, begegne ich in jedem kinderblick, höre sie in jedem lachen und rieche sie im jungen herbst 2009.
der weissen, reinen, doch unregelmässigen perle begegne ich in der vielfalt der erwartungen, die an mich herantreten. in der vielfalt der zusammenarbeitsformen und institutionen, mit denen ich neuerdings kontakt habe. sie wecken meine neugierde, sie geben mir auftrieb…
den grauen und matten perlen begegne ich in mir selber. ich suche nach innerem halt, nach struktur-, kultur- und praxiserfahrung, an die ich anknüpfen könnte und begegne meinen schwächen. ich kenne sie, daher fühlt sich die graumatte oberfäche dieser perle schal an. ob ich system in mein system bringen werde?
ja und dann gibt es da die schwarze perle. nicht die seltene, teure, begehrenswerte, schwarze perle. nein, es ist eine öde, unglaublich einfallslose perle, auf die ich jederzeit verzichten könnte. es ist die perle, die die wertschätzung missachtet, institutioneller missbrauch betreibt und mich als perle verlieren wird…